Spanien - Reisen, Leben und Genießen

Spanien

Spanien gehört zu den beliebtesten Reiseländern der Welt. Spanien steht für eine traditionelle Hochkultur und viel Lebensqualität. Spaniens Wirtschaft zählt zu den zehn führenden Volkswirtschaften in der Welt. In den letzten Jahren hat vor allem die Bauwirtschaft auf der iberischen Halbinsel geboomt.

Bei den deutschen Touristen zählen die Baleareninseln wie Mallorca oder die Region Katalonien zu den bevorzugten Reisezielen im Mittelmeerraum. Auf der iberischen Halbinsel ist vor allem die Metropole Barcelona im internationalen Tourismus stark positioniert. Traditionell streben Regionen wie das Baskenland und Katalonien nach der Unabhängigkeit von Madrid. In den letzten Jahren hat Spanien sich immer mehr dem europäischen Binnenmarkt geöffnet und viele Märkte wurden liberalisiert und modernisiert. Dies hat viele internationale Investoren und Unternehmen nach Spanien gezogen. Mit fast 70 Prozent ist der Dienstleistungsbereich in der spanischen Volkswirtschaft vertreten. Der industrielle Bereich liegt bei rund 20 Prozent. Einen großen Marktanteil hat die Bauwirtschaft mit rund neun Prozent. Die traditionelle Landwirtschaft macht heute in der spanischen Volkswirtschaft nur noch drei Prozent aus. Das höchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf weisen die Gemeinschaften um Madrid, das Baskenland und die autonome Gemeinschaft Navarra im Norden Spaniens auf. Die ärmeren Regionen Spaniens sind vor allem im Süden, wo die Landwirtschaft stark vertreten ist. Gerade Andalusien und Extremadura fallen beim BIP pro Kopf im europäischen Durschnitt ab. Der Tourismus ist eine wichtige Komponente in vielen Regionen Spaniens. Vor allem der Tourismus in Katalonien und den Balearen ist seit Jahrzehnten sehr ausgeprägt. Die Spanier haben im weltweiten Vergleich die höchste Quote an Immobilienbesitz. Der spanische Haushalt besitzt im Durchschnitt rund 1,5 Wohnungen. Die Spanier nutzen die Wohnungen meist selbst.

Spanien gehört zu den europäische Ländern, die besonders von der Weltwirtschaftskrise 2008/09 betroffen ist. Insbesondere der Immobilienmarkt ist in Spanien von der internationalen Immobilienkrise betroffen. Der spanische Immobilienmarkt hat vor der Krise teils zweistellige Zuwachsraten pro Jahr gehabt und war überteuert. Die Spanier haben nicht nur weltweit den höchsten Prozentsatz an Wohnungen, sondern müssen auch im europäischen Schnitt man meisten für die Immobilien bezahlen. Über das siebenfache des Jahreslohns kostet eine durchschnittliche Immobilie für einen spanischen Haushalt. Im Jahr 2009 standen in der Wirtschaftskrise viele Häuser in Spanien zum Verkauf. Der Immobilienmarkt ist allerdings in Spanien sehr unterschiedlich von der Krise betroffen. Für Schlagzeilen sorgte ein Bericht der spanischen Zeitung El País im September 2009, dass zahlreiche Immobilien in Küstennähe verstaatlicht werden sollten, um dem spanischen Küstenschutzgesetz zu folgen. Länder wie Deutschland haben die spanische Regierung aufgefordert dazu Stellung zu nehmen. Eigentümer der Immobilien in Küstennähe können allerdings nach dem spanischen Küstenschutzgesetz die Immobilien eigengenutzt über 30 Jahre weiter nutzen. In Ausnahmefällen auch 60 Jahre. Ein Verkauf sollte in dieser Zeit nach Medienberichten nicht durchgeführt werden dürfen. Es wird spannend zu sehen sein, wie sich die politischen Entwicklungen zum Küstenschutz realisieren lassen. Die Vermessung der spanischen Küsten soll im Jahr 2011 abgeschlossen sein. Ein positives Zeichen war dies in der spanischen Immobilienkrise allerdings nicht.

Einen Rückgang haben auch zahlreiche Tourismusregionen in Spanien zu verzeichnen gehabt, auch wenn die Besucherzahlen weiterhin auf einem hohen Niveau sind. Vor allem im touristischen Preis-/Leistungsverhältnis müssen viele Regionen in Spanien sich in der Zukunft neu positionieren. Mallorca oder Ibiza bleiben auch in der Krise beliebte Reiseziele, vor allem der Deutschen und Engländer. Insel wie Madeira richten sich im internationalen Tourismusgeschäft seit Jahren neu aus und setzten vor allem auf Angebote im nachhaltigen Tourismus. Die Entwicklung von Tourismuskonzepten zur Nachhaltigkeit kann auch eine Chance für Regionen im Hinterland Spaniens sein. Die Krise im spanischen Tourismus im Jahr 2009 wird von vielen Experten auch als Chance gesehen, um neue Vermarktungsmodelle für die Regionen zu schaffen.

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