Spanischer Wein
Spanien ist eines der traditionsreichsten europäischen Länder im Weinanbau. Bekannt sind vor allem die zahlreichen Rotweinsorten, die eher trockener und leicht trinkbarer Natur sind. Spanien ist aber vor allem sehr erfolgreich im Anbau von Weißweinen und Schaumweinen. Spanien ist heute weltweit der größte Produzent für
Weißweine. Nur in Spanien wird die weiße Rebsorte Airén angebaut. Andere weiße Rebsorten, die in Spanien angebaut werden, sind zum Beispiel Pardillo oder Macabeo, letzere Rebsorte wird vor allem in Nordspanien angebaut. Zu den roten Rebsorten, die immer mehr an Markt gewinnt, gehört unter anderem die bedeutendste Rebsorte Spaniens Tempranillo. Neben der roten Rebsorte Tempranillo spielen die roten Rebsorten Bobal und Garnacha bedeutende Rollen in der spanischen Weinwirtschaft. Heute werden rund 146 Weinsorten auf der iberischen Halbinsel und den spanischen Mittelmeerinseln angebaut. Das bekannteste Weinanbaugebiet ist sicherlich das Weinanbaugebiet Rioja, aus der gleichnamigen nordspanischen Provinz. Hier gibt es rund 1.200 Weingüter. Das Weinanbaugebiet, u.a. aus den autonomen Regionen Baskenland und Navarra, gehört zu den bedeutendsten Weinanbauregionen in Europa. Der Rioja-Wein mit dem Tempranillo-Geschmack ist als trockener und leicht trinkbarer Wein in der ganzen Welt bekannt. Zu den traditionsreichsten Anbauregionen für spanischen Wein gehört die Region Kastilien-La Mancha, die vor allem auch immer mehr als Region für Qualitätsweine bekannt ist. Der Weinanbau in Katalonien spielt in der Agrarwirtschaft Spaniens ebenfalls eine große Rolle. Aus der andalusischen Stadt Jerez de la Frontera kommt zum Beispiel der weltbekannte Sherry. Seit Anfang der 1990er Jahre hat auch Mallorca sein Qualitätsgebiet nördlich von Palma - Binissalem-Mallorca.
Die spanische Weinwirtschaft wird heute besonders durch die Genossenschaften geprägt. Seit dem Jahr 2003 gibt es ein neues Weingesetz in Spanien, das zum Beispiel auch Qualitätsweinen aus Einzellagen als höchste Qualitätsweine den Weg bereitet hat. Es gibt heute je drei Gliederungen für Qualitätsweine und Tafelweine. Die höchste Kategorie der Qualitätsweine ist D.O.C (Denominación de Origen Calificada), vor den Qualitätsweinen D.O. (Denominación de Origen) bzw. D.O. Pago. Die Herkunftsbezeichnung D.O. gibt es bei vielen spanischen Produkten wie Käse, Wurst oder Wein. Tafelweine aus einer besonders begrenzten Region werden als Vino de la Tierra vertrieben. Vino de la Tierra (VdlT) ist vergleichbar mit dem französischen Landwein. Der einfachste Tafelwein wird als Vino de Mesa bezeichnet. Es gibt darüber hinaus noch bestimmte Begriffe für Fasslagerungskriterien bzw. Kriterien der Flaschenlagerung. Am längsten im Fass oder in der Flasche gelagerte Weine werden als Gran Reserva bezeichnet. Ein Gran Reserva muss zum Beispiel als Rotwein drei Jahre flaschengelagert sein. Die Trinkreife ist als Kriterien für Qualitätsweine ein sehr prägendes Marketing-Instrument bei spanischen Weinen. Rotwein mit einem Jahr Fasslagerung als Reserva ist zum Beispiel in Spanien sehr beliebt. Die zentrale Behörde zur Kontrolle und Umsetzung des spanischen Weingesetzes ist das Instituto Nacional de Denominaciones de Origen (INDO).
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